Wie können in ländlichen Regionen Afrikas lokale Wirtschaftsstrukturen nachhaltig gefördert werden? Große Distanzen und viele Kleinstbetriebe scheinen schnelle, einfache Lösungen schwer zu machen. Ein ortsansässiges Unternehmen zeigt, wie es geht.

Etwa 80 Prozent der kenianischen Bevölkerung (30 Millionen Menschen) leben von der Landwirtschaft. Ein Drittel davon hat keinen Zugang zu Bankdienstleistungen. Zudem verfügt der durchschnittliche Bauer nur über eine Fläche von 2,5 Hektar. Das macht das Überleben schwierig und begünstigt die Landflucht.

Juhudi Kilimo ist Suaheli und bedeutet „Eifer beim Ackerbau“. Es begann 2004 als Projekt innerhalb der NGO KDA (Kenia Republic Development Agency), die Forschung und Produktentwicklung im Bereich der Mikrofinanz betreibt. Seit 2009 ist Juhudi Kilimo ein unabhängiges Unternehmen, das Kleinbauern bei ihrer Arbeit unterstützt.

Landwirtschaftlich gebundene Mikrokredite und Trainings für Kleinstbauern fördern deren Autonomie und stärken lokale Wirtschaftsstrukturen.

Juhudi Kilimo, Mikrokreditunternehmen in Kenia

Juhudi Kilimo stellt Mikrokredite für kleinbäuerliche Betriebe zur Verfügung, mit denen diese „Wirtschaftsgüter“ kaufen können, die sofort Einnahmen generieren (Kühe, Ziegen, Hühner, Fische, …). Die Nutztiere sind zugleich die Besicherung, so hat der Farmer beinahe kein Risiko. Außerdem bietet Juhudi Kilimo technische Unterstützung, vermittelt Basis-Know-how und hilft bei der Vermarktung.

Zurzeit verfügt Juhudi Kilimo über 60 MitarbeiterInnen und – neben dem Hauptquartier in Nairobi – über 8 Filialen, quer über Kenia verteilt. An 10.000 Betriebe sind Mikrokredite vergeben, bis 2015 wollen sie 25.000 Farmen erreichen. Auch neueste Technologien kommen zum Einsatz: Handys stellen eine schnelle Abrechnung und flexible Kommunikation sicher.

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