Sind traditionelle Fischerdörfer, denen die ökonomische Basis langsam wegbricht, dem Untergang geweiht? Oft sind BewohnerInnen gezwungen, in Städte abzuwandern oder sich anderswo durchzuschlagen. Ein spannender Ansatz verspricht Abhilfe.

Unsere Weltmeere werden durch industrielle Fangflotten leergefischt. Kleine Fischer verlieren dadurch einerseits ihre Einnahmequellen, weil sie preislich mit den Großen nicht mithalten können. Andererseits bedeuten schrumpfende Fischbestände, dass für die eigene Ernährung immer weniger bleibt. Eine katastrophale Perspektive, wenn Menschen über Generationen vom Fischfang gelebt haben.

Eigentlich wollte Billo Heinzpeter Studer Fischerdörfern im Senegal helfen unabhängiger zu werden. Er begann 2005 mit fair-fish einen fairen Fisch-Handel aufzubauen. Allerdings zogen die KonsumentInnen in Europa nicht recht mit, das Projekt musste wieder eingestellt werden. Das brachte Billo Heinzpeter Studer auf die Idee, Sicherheit und Unabhängigkeit durch andere Einkommensstandbeine zu schaffen. Wie zum Beispiel durch Obstgärten.

Die Herausforderung bestand darin, mit der lokalen Bevölkerung einen Dialog zu führen, der von Wunschträumen weg und hin zu konkreten, machbaren Schritten führt.

Billo Heinzpeter Studer, Präsident fair-fish.net und langjähriger Projektleiter im Senegal

Bis auf die Finanzierung sind alle Vorbereitungen für den ersten Muster-Obstgarten mit Papaya- und Guaven-Bäumen abgeschlossen. 8 Monate nach der Pflanzung kann das erste Mal geerntet werden. Das Obst können die Dorfbewohner lokal vermarkten, 30% der Einnahmen sind für den Aufbau weiterer Obstgärten gedacht. Das Konzept stimmt zuversichtlich. Die Fischerdörfer dämmen durch die alternative Einkommensquelle die Abwanderung ein und schaffen auch für die Jungend wieder eine Zukunft. Vor Ort.

Und die Zukunft? Nachdem der Grund für den ersten Obstgarten zur Verfügung steht und ein lokaler Projektleiter vorhanden ist, sucht man nur noch € 4.200.- für den Start. Wenn das Projekt gut funktioniert, könnte es als Prototyp dienen und vielen anderen Fischerdöfern – nicht nur im Senegal sondern weltweit – helfen, stabile Dorfstrukturen aufrecht zu erhalten.