Wie können wir afrikanischen SchülerInnen den Unterricht erleichtern? Wenn es am Nötigsten fehlt, leidet die Qualität des Unterrichts stark, egal wie gut die Lehrperson ist. Ein Unternehmer aus Cape Town, Südafrika, hat sich eine genial einfache Lösung ausgedacht.

95 Millionen Schulkinder in Subsahara-Afrika haben keinen Schreibtisch. Die SchülerInnen schreiben auf den Knien, am Rücken von Klassenkollegen oder am Boden. Dadurch werden die Schulhefte schmutzig, die Schrift ist teils unleserlich und das Lernen beeinträchtigt. Traditionelle Holzschreibtische sind teuer, nicht aus lokal vorhandenen Materialien produziert und für kleine Klassenzimmer ungeeignet.

Shane Immelman möchte die Welt von Armut und Hunger befreien. Er weiß, dass Bildung einer der Schlüsselfaktoren dafür ist. Ohne eine gute Ausbildung haben Menschen aus Entwicklungsländern keine Chance, im Informationszeitalter zu überleben. 2004 gründete Shane Immelman deshalb das Sozialunternehmen Lapdesk. Seit Erzbischof Desmond Tutu die Patronanz dafür übernommen hat, heißt das Projekt Tutudesk.

Zu Beginn des Projektes gab es 500 Gründe, warum es nie gelingen würde, aber 95 Millionen Gründe, warum es funktionieren musste.

Shane Immelman, Gründer von Tutudesk

Tutudesk ist ein ergonomisch geformtes Polymer-Brett, das sich SchülerInnen auf den Schoß legen können und somit haben sie immer einen Schreibtisch. Egal, ob sie auf einer Bank oder auf dem Boden sitzen. Es ist leicht (geringer als ein Kilogramm), unzerbrechlich und durch einen Griff transportabel. Der Tutudesk ist ein simples, hoch effektives und sofort einsetzbares Mittel, um die Qualität des Unterrichtes zu erhöhen und die Chancen der Kinder zu verbessern.

Laut einer Umfrage unter 426 LehrerInnen an 52 Schulen, schreiben die SchülerInnen mit einem Tutudesk mehr mit, die Schrift ist leserlicher, mehr Hausaufgaben werden erledigt, die SchülerInnen sind konzentrierter, motivierter und es ist leichter für die LehrerInnen zu unterrichten. Bis heute wurden bereits eine Million Tutudesks verteilt. Bis 2015 sollen es 20 Millionen werden.

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