Wie können verletzte Menschen in Israel so rasch wie möglich medizinische Hilfe erhalten? In kaum einem anderen Land der Welt kommt es zu mehr Notfällen. Eine Freiwilligenorganisation setzt die Reaktionszeit für Erstversorgung auf 3 Minuten herab.

Tausende Menschen werden in Israel jährlich verletzt: bei der Arbeit, durch Verkehrsunfälle oder bei Anschlägen. Viele sterben, weil die medizinische Erstversorgung zu spät eintrifft. Durch Staus, großen Distanzen zwischen Rettungszentralen oder Streitereien um Zuständigkeiten zwischen eingesessenen Rettungsorganisationen ergeben sich gerade dann folgenschwere Verzögerungen, wenn jede Sekunde zählt.

Eli Beer musste als Sechsjähriger mitansehen, wie ein voll besetzter Bus vor seinen Augen explodierte. Die Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte kamen ihm vor wie Stunden. In diesem Moment entstand sein Wunsch, Menschenleben zu retten. Trotz Widerstand durch Behörden, Gewerkschaften und Rettungsorganisationen begann er ab 1989 United Hatzalah aufzubauen.

Wir nennen unseren Ansatz einen lebensrettenden Flashmob.

Eli Beer, Gründer von United Hatzalah

United Hatzalah ist ein Netzwerk von ausgebildeten freiwilligen Rettungssanitätern und Ärzten. Wie die Bergrettung oder die freiwillige Feuerwehr lassen sie bei einem Notfall in ihrer Nähe alles stehen und liegen, treffen innerhalb von drei Minuten bei der Unfallstelle ein und leisten Hilfe, bis eine Rettungsorganisation eintrifft. Die Fahrzeuge sind bestens ausgestattet – so können die Freiwilligen sowohl bei einer Geburt als auch bei einer Schussverletzung helfen.

Einer der 2000 Sanitäter beschreibt seine Tätigkeit bei United Hatzalah so: Wenn ein Anruf reinkommt, starten wir. Wir verrechnen keine Kosten. Wir verlangen keine Sozialversicherung. Es geht nicht darum, Juden oder Muslime zu retten. Es geht darum, Menschen zu retten.“ Für die Zukunft soll die Zeit bis zum Eintreffen der Freiwilligen auf 90 Sekunden reduziert werden.

 *editor‘s pick