Wie können wir großräumigen Umweltzerstörungen auf der Erde Einhalt gebieten? Existierende, nationale Umweltschutzgesetze stoppen grenzübergreifende Schädigungen der Umwelt nicht. Eine Britin hat einen visionären Gedanken entwickelt.

Ökozid ist die erhebliche Beschädigung, Zerstörung oder der Verlust von Ökosystemen eines bestimmten Gebietes durch menschliches Handeln oder durch andere Ursachen in einem Ausmaß, welches die friedliche Nutzung des Gebietes durch seine Bewohner stark einschränkt oder einschränken wird: beispielsweise die fahrlässige Förderung von Öl, Tiefseebergbau und Plastikmüll in den Ozeanen oder Regenwaldabholzungen.

Polly Higgins wurde 1968 in Schottland geboren. Sie studierte unter anderem auch in Österreich, wo sie Friedensreich Hundertwasser kennenlernte und von dessen Naturverständnis sehr geprägt wurde. In ihrer Zeit als Rechtsanwältin in London kam sie zu dem Schluss, dass unser Planet eine gute Anwältin braucht. Deshalb schlug sie der UNO 2010 vor, Ökozid als das fünfte Verbrechen gegen den Frieden einzustufen.

Ökozid ist wie Genozid - nur für die Erde. Den müssen wir endlich vor Gericht bringen!

Polly Higgins, Gründerin von endecocide.eu

Polly Higgins will den bisherigen vier Verbrechens-tatbeständen des Völkerrechts – Völkermord, Verbrechen gegen die Menschheit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression – um den Ökozid erweitern. Dazu arbeitet sie daran, für ihre BürgerInneninitiative eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten zu erhalten, umd diese der Europäischen Kommission zur Überprüfung vorlegen zu können. 2010 gründete sie dazu endecocide.eu.

Bis 2020 plant Polly Higgins Ökozid als Tatbestand für den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesetzlich zu verankern. Es würde gefährlichen, industriellen Produktionsweisen Einhalt gebieten und Regierungen und Unternehmen ermöglichen, Mensch und Planet an erste Stelle zu setzen. 

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