Wie versorgt man eine Wüstenstadt mit Wasser? In der zweitgrößten Hauptstadt der Welt, die in einer Wüste liegt, versiegen viele Quellen langsam oder sind stark verschmutzt. Eine Gruppe von Technikstudenten hat eine Lösung entwickelt.

Lima liegt an der lateinamerikanischen Westküste, die durch ein Wüstenklima gekennzeichnet ist: In der Region fallen im Schnitt nur 13 Millimeter Niederschlag pro Jahr (Im Vergleich dazu: Österreich – 1100 Millimeter). Die wichtigste Wasserversorgung der Stadt stellt der Fluss Río Rímac dar, der durch Gletscher der Anden gespeist wird. Wenn diese in absehbarer Zeit abgeschmolzen sind, bleibt nur mehr die hohe Luftfeuchtigkeit im Winter.

Alejandro Aponte leitet die Kreativagentur Mayo Draftfcb. Für ihn ist Werbung mehr als die gezielte Verbreitung von Informationen. Für ihn muss Werbung immer etwas mit Mut und Verantwortung zu tun haben. Gemeinsam mit Studenten der Technischen Universität Lima entwickelte er eine Reklametafel, die in trockenen Gegenden Wasser gewinnt.

Die Werbetafel hat bereits tausende Liter Trinkwasser produziert und hunderte Familien mit dem kostbaren Nass versorgt.

Alejandro Aponte, Kreativdirektor bei Draftfcb

Die Reklametafel nutzt die hohe Luftfeuchtigkeit an der Küste des pazifischen Ozeans und produziert über Luftfilter – bestehend aus 5 Generatoren, einem Umkehr-Osmose-System und UV-Lampen zur Wasserdesinfektion – Trinkwasser. Bis zu 100 Liter pro Tag. Dadurch erhält die lokale Bevölkerung einen zusätzlichen Zugang zu sauberem und kostenlosem Trinkwasser.

Die Tafel, die am Panamerica Highway steht und 20 Meter hoch ist, hat schon für viel mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Sogar Besucher aus Europa und Asien sind angereist, um den neuartigen Trinkwasserspender zu besichtigen. In Zukunft könnte ein derartiges Wassergewinnungssystem, das in jedem Dorf entlang der Küste installiert wird, die Versorgungsproblematik langfristig lösen.

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