Werde ich heute Wasser bekommen? Diese Frage stellen sich täglich viele Millionen Menschen in Entwicklungsländern. Denn auch wenn Städte und Siedlungen über eine Trinkwasserversorgung verfügen, heißt das nicht, dass diese immer funktioniert. Fünf Studenten geben eine Antwort auf diese Frage.

Die eine Million EinwohnerInnen der südindischen Zwillingsstädte Hubli-Dharwad haben Zugang zu sauberem, städtischen Trinkwasser –  einmal alle zwei bis acht Tage. Es gibt keine Muster oder Zyklen im Zeitplan der Wasserversorger, daher ist nie genau vorhersagbar, wann das nächste Wasser kommt. Viele Menschen, in erster Linie Frauen, verbringen deswegen viel Zeit damit, einfach nur auf Wasser zu warten. 

Anu Sridharan, Ari Olmos,Ashish Jhina, Thejovardhana Kote und Emily Kumpel sind fünf Studenten eines Bauingenieur-Lehrganges der Berkeley University. 2009 nahmen sie an einem Uniwettbewerb teil und belegten mit ihrem Projekt den ersten Platz. Das Team begann zu wachsen. Zwei Jahre später gewannen sie die „Knight News Challenge“, einem Innovationswettbewerb, und damit auch das Preisgeld von 375.000 Dollar. So wurde aus dem Projekt ein Unternehmen: NextDrop.

In Sozialunternehmen geht es oft darum, Geld aufzustellen. Durch das Preisgeld kann ich mich jetzt auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Anu Sridharan, Mitgründerin von NextDrop

NextDrop stellt den Link zwischen den Bewohnern einer Stadt und den Ingenieuren der städtischen Wasserversorgung her. Diese rufen einen interaktiven Telefonservice an, wenn Wasser zur Verfügung steht und in die Leitungen gespeist wird. Die Einwohner des jeweiligen Bezirkes oder Stadtteils bekommen dann ungefähr eine Stunde davor per SMS die Information, dass frisches Wasser im Anmarsch ist. Dadurch haben die Menschen Gewissheit und können ihre Zeit effektiv nützen. 

Die Nutzer des Service werden außerdem regelmäßig kontaktiert, um zu prüfen, ob die Richtigkeit der Wasserinformationen stimmen. Zusätzlich tragen die Ingenieure die Daten auch in eine Online-Karte ein, um einen Echtzeit Überblick über das Versorgungssystem zu haben. Letztes Jahr konnte NextDrop 1.000 Familien mit Informationen versorgen. Dieses Jahr wollen sie es schaffen, die ganze Stadt abzudecken.

*editor‘s pick