Wie können Minenfelder effizient geräumt werden? Die bisherigen Ansätze sind sehr teuer, aufwändig und für alle minenverseuchten Gebiete dieser Welt wohl kaum leistbar. Ein Afghane, der Minen seit jeher kennt, hat eine bestechend einfache Möglichkeit gefunden.

Weltweit liegen ca. 120 Mio Minen in 81 Ländern dieser Welt vergraben. 80% der Minenopfer sind Zivilisten. Minen werden mechanisch (mit Fahrzeugen), händisch, pyrotechnisch (Minengassen sprengen) oder mit Tieren, die den Sprengstoff riechen können, geräumt. Minenräumen ist daher teuer und gefährlich.

Als Kind veranstaltete Massoud Hassani mit seinen Freunden Wettrennen: sie bauten aus Stöcken und Abfall-Material kleine Bälle, die der starke Wind über den Wüstenboden trieb. Massoud Hassani wuchs in Afghanistan auf. Von Kindesbeinen an war er vertraut mit Krieg. Und Minen. Als 14-Jähriger flüchtete er aus Afghanistan. Über Pakistan und Russland. Vier Jahre später gelangte er in die Niederlande, wo er studierte und heute als Produktdesigner arbeitet.

Die Gegend, in der ich als Kind gespielt habe, ist von Minenfeldern verseucht. Ich möchte, dass sie für die Kinder von heute wieder zum einem Spielplatz wird.

Massoud Hassani

Wie in seiner Kindheit baut Hassani heute auch wieder Bälle, die der Wind antreibt und über den Boden rollen lässt. Heute sind die MINE KAFONS aber 20-mal größer und schwerer. Sie bestehen aus Bambus, abbaubarem Kunststoff und einem GPS-Chip, der den Weg des Balls verfolgt. Sie dienen dazu, Minen auszulösen. Ein Ball kostet € 40.- und löst drei bis vier Minen aus, bevor er unbrauchbar wird. 

Massoud Hassani hat £ 120.000.- auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ eingesammelt. Jetzt sucht er noch Partner, die ihm helfen, die Mine Kafons in Massenproduktion herzustellen. Damit kann Hassani demnächst Menschen, die nahe an Minengebieten leben, eine günstiges Mittel zur Verfügung stellen, ihr verseuchtes Land zurückzugewinnen.

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