Wie kann Arbeit für die Milliarden Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, geschaffen werden? Mehr als 300 Milliarden Dollar in Arbeitsstunden wartet in großen Konzernen weltweit darauf, verrichtet zu werden. Eine Sozialunternehmerin nutzt die Technik unserer Zeit, um diese Armut zu bekämpfen.

Immer noch verdienen vier Milliarden Menschen weniger als drei Dollar am Tag. Ihre Lebenserwartung ist somit 25 Jahre geringer, als die von Menschen, die mehr verdienen. Erstaunlich, dass eine Zivilisation, die Apartheit abgeschafft und einen Mann auf den Mond geschickt hat, mehr als die Hälfte der Menschheit so leben lässt und damit nicht nur ein immenses Potential verschwendet.

Leila Janah hat fast zehn Jahre lang in Afrika gearbeitet. Zuerst als Englischlehrerin, dann als Übersetzerin und Wissenschaftlerin. In dieser Zeit wurde sie sehr zynisch gegenüber der Anti-Armuts-Bewegung. Arme Menschen werden meist als passive, bedürftige Konsumenten von Produkten angesehen, nie als handlungsfähige Akteure. Um schließlich selbst zu einer Lösung beizutragen, gab sie ihren Job auf und gründete das Social Business Samasource.

Auf Sanskrit bedeutet ‚Sama‘ ‚gleich‘ – Das beschreibt die Tatsache, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten verdient haben – egal, woher sie kommen.

Leila Janah, Gründerin und CEO von Samasource

Die meisten Arbeiten von großen Unternehmen oder Projekten kann in kleine Arbeitsschritte zerlegt und outgesourced werden. Samasource nutzt die immer besser werdenden Internetverbindungen und die immer günstiger werdende IT-Infrastruktur in Entwicklungsländern und verteilt Mikroarbeit an Menschen, die vom normalen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind und so ein faires Gehalt erhalten. Damit schafft Samasource Arbeit und nutzt das brachliegende Potential der Ärmsten, die gleichzeitig eine praxisnahe Berufsausbildung und Aufstiegschancen erhalten.

Die Zukunft der Arbeit liegt für Leila Janah nicht in dir physischen, sondern in der virtuellen Welt. Um die Jobs der Zukunft zu kreieren, braucht man nicht viel Infrastruktur. Das ist eine große Chance für Länder mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Deswegen spricht sie vom Impact- und nicht vom Outsourcing. Leila Janah begann mit einem Team von vier Personen, heute sind es mehr als 1.500. Letztes Jahr hat Samasource über 1,4 Millionen Dollar an Löhnen ausbezahlt und zwar an Menschen, die die Welt schon abgeschrieben hatte. 

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