Wie teuer ist eigentlich der selbst produzierte Strom am Hausdach? Das ist kompliziert. Gerade deshalb wäre Transparenz und Verständnis dafür entscheidend. Denn neben ökologischen Argumenten zählt am Ende vor allem der monetäre Sinn.  

Cornelia Daniel ist ein neugieriger Mensch mit einer Passion für erneuerbare Energien. Mit dem Hintergrund eines Wirtschaftsstudiums hat sie aber auch einen ökonomischen Blick auf die Dinge. Eine Frage die sie von Beginn an fesselte: Wann rechnet sich eine Photovoltaikanlage eigentlich? Eine befriedigende Antworten darauf bekam sie aber nicht so einfach. Es ist auch kompliziert, das zeigt auch der Blick auf die Gestehungskostenmatrix auf Wikipedia, die als Berechnungsgrundlage dient. Ziel: Die Klarheit darüber, wann die Energie vom eigenen Hausdach günstiger ist als jene die man vom Netz kaufen kann.

Seit Jahren hat Cornelia Daniel die Entwicklung der Formel im Netz beobachtet und war fasziniert welche Faktoren – wie z.B. Einstrahlungswinkel oder aktuelle Marktpreise –berücksichtig werden müssen. Doch was hilft die beste Formel einem Laien, der schnell und einfach wissen will, was Sache ist? Eher nichts und so beschloss sie die komplexe Formel in ein Excel Tool umzusetzen, mit dessen Hilfe man mit wenigen Eingaben die gewünschte Klarheit findet. Das ist gelungen, auch wenn es für Cornelia Daniel nur der erste Schritt ist, den Nebel zu lichten und hartnäckige Vorurteile gegenüber Investitionen in erneuerbare Energien aufzulösen.

Wissen und Verständnis ist die Basis, um richtige Entscheidungen zu treffen. Bei erneuerbaren Energien ist das eine besondere Herausforderung.

Cornelia Daniel, Gründerin von Dachgold

Sie will weiter gehen. Dabei liegt ihr Fokus vor allem auf mittelständische Unternehmen, die auch während des Tages einen hohen Energiebedarf haben. In jener Zeit in der auch die Sonne scheint, denn es geht ihr nicht um geförderte Einspeisetarife. Sinnhaft ist es vor allem dann, wenn die produzierte Energie auch wirklich benötigt wird. Sie ist sich sicher: Wenn die Betriebe selbst die Möglichkeit haben es sich einfach durchzurechnen, wird ihnen schnell klar, dass der Strom aus der Steckdose bereits heute teurer ist als der potentiell selbst produzierte. Und diese Erkenntnis wäre ein wichtiger Katalysator für den Markt.

Und die Zukunft? Cornelia Daniel träumt von dem Tag, an dem jeder den Strompreis seiner Photovoltaikanlage kennt. Täglich aktuell und vergleichbar. Und: Dass die mittelständischen Unternehmen zumindest einen Teil ihrer benötigten Energie selbst erzeugen. Egal ob in Form von Solarenergie oder Solarwärme.

Für ihr Tool zur Berechnung der Gestehtungskosten sucht sie aktuell nach Partnern, um es von Excel in den nächsten Level zu heben. Der Plan: Noch 2013 soll es als Web-Plattform und/oder als Smartphone App verfügbar sein. Kompetente Partner sollen sich so rasch wie möglich melden.