Können 2,84 Milliarden Menschen in absehbarer Zeit Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen? Diese Aufgabe scheint nahezu unlösbar zu sein. Ein vorarlberger Unternehmer hat einen bestechend einfachen Lösungsansatz entwickelt.

Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung haben keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser. Krankheiten wie Diarrhö töten mehr Kinder, als Malaria, HIV und Masern zusammen. Die Hälfte der Krankenhausbetten in Entwicklungsländern ist belegt, weil Menschen nicht-desinfiziertes Wasser getrunken haben.

Vor vielen Jahren las Martin Wesian zum ersten Mal von SODIS (Solarer Wasserdesinfektion). Dabei wird Wasser in Plastikflaschen in die Sonne gelegt und durch die natürliche UV-Strahlung desinfiziert. Das Thema faszinierte ihn so sehr, dass er dem Thema seine Diplomarbeit widmete. In einer Zusammenarbeit zwischen der FH Technikum Wien, wo Martin Wesian Wirtschaftsingenieurwesen studierte, und der ETH Zürich entwickelte er WADI.

Mein Traum ist es, die Wasser-bedingten Krankheiten so stark zu reduzieren, dass sie eher zur Ausnahme werden, als die Regel darstellen.

Martin Wesian, Entwickler von WADI

WADI ist ein Gerät, das die Sonneneinstrahlung misst und mit einem Smiley anzeigt, wann das Wasser in einer Flasche trinkbar ist. Das Gerät ist günstig, durch ein kleines Solarpanel selbstversorgend und durch international verständliche Piktogramme selbsterklärend. Mit einem WADI können viele Flaschen gleichzeitig desinfiziert werden. Außerdem reduziert es die CO2-Emissionen, indem es Feuerholz zum Abkochen von Wasser einspart.

Und die Zukunft? Diese simple Art der Wasserdesinfektion nützen schon einigen Millionen Menschen in südlichen Ländern. Aber von einigen Millionen bis zu einigen Milliarden ist es noch ein weiter Weg. Erst wenn die Grundversorgung der Menschen sichergestellt ist, hat es Sinn, weitere Ziele wie Bildung, Arbeit und Familie in Angriff zu nehmen.