Ist es notwendig, dass unsere Lebensmittel dreimal um die Welt reisen, bevor sie bei uns in den Supermarkt kommen? Ein New Yorker Unternehmen könnte eine Revolution im Lebensmittelhandel auslösen.

So wie die meisten unserer Konsumgüter werden auch Obst und Gemüse über viele tausende Kilometer transportiert. Sie verbrauchen in der Produktion viele Ressourcen wie Wasser, Düngemittel und Öl, belasten durch die zentralisierte und industrielle Herstellung die Umwelt und sind häufig geschmacklos, wenn sie dann endlich im Regal liegen. Auch viele Bio-Lebensmittel schmecken oft wenig intensiv, weil sie lange Transportwege hinter sich haben.

Ted Caplow hat viele Jahre große Unternehmen und Organisationen zum Thema Emmissionshandel beraten. Irgendwann sah er keinen Sinn mehr im „zuerst falsch machen und dann freikaufen“. Er wollte es selbst besser machen. Caplow kombinierte sein Knowhow über erneuerbare Energien mit seinem Interesse an Lebensmittel. Er entwarf und baute Treibhäuser auf Hausdächern. Anfangs noch zu Lehrzwecken. Bis ihm die Idee von Brightfarms kam.

Wir müssen unsere Lebensmittel wieder auf Gesundheit und Geschmack optimieren, nicht auf den Transport!

Ted Caplow, Co-Gründer von Brightfarm Systems

Brightfarms produziert Obst und Gemüse genau dort, wo es gekauft wird. Das Unternehmen entwirft, baut und betreibt Treibhäuser und Hydrokulturfarmen auf oder in der Nähe von Supermärkten. Der Wegfall der Transportwege bedeutet weniger LKWs auf den Straßen, weniger Dünger, weniger Kosten und mehr Aroma. Die Lebensmittel werden geerntet, wenn sie reif sind. Das zeugt von gutem Geschmack! 

Nach der Energieversorgung beginnt auch der Anbau von Lebensmitteln dezentraler zu werden. Gerade im urbanen Raum bergen Fassaden und Dachflächen ein großes Potential für die lokale Erzeugung von Naturprodukten. Brightfarms arbeitet bereits mit ein paar namhaften Supermarktketten und einigen Restaurants in den USA zusammen. Der erste Schritt in eine „lokale“ Zukunft ist getan.

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