Ist es für Stadtbewohner möglich, den eigenen Bauern und die Herkunft des eigenen Essens zu kennen? Wer nicht „draußen am Land“ den Bauern seines Vertrauens hat, wird sich schwer tun.

Die Lebensmittel, die Menschen in Städten essen, haben meist einen langen Weg hinter sich: im Schnitt 1500 Meilen in den USA. Oftmals verpackt, gekühlt, verkauft durch viele Zwischenhändler. Wenn es schließlich auf den Teller kommt, hat es oft den Geschmack, die wichtigen Nährstoffe und den Duft verloren.

Mohamed Hage wuchs im Libanon auf einem Bauernhof auf. Später in Montreal ging ihm das geschmackvolle Gemüse seiner Jugend ab. Er fragte sich, wie er hochwertige Lebensmittel in der Stadt anbauen könnte. Mit direkter Verbindung zu Konsumenten und ohne Zwischenhändler. Mit einem Expertenteam aus den Bereichen Landwirtschaft, Unternehmertum und Architektur konzipierte er das Geschäftsmodell und begann 2008 die Lufa Farms zu bauen.

Wir hatten bisher über 10.000 Besucher. Besonders die Kinder naschen unser Gemüse, wie sonst nur Süßigkeiten.

Mohamed Hage, Gründer von Lufa Farms

Lufa Farms ist eine städtische Dachfarm in Form eines Treibhauses im Großraum von Montreal. Mehr als 25 Gemüsearten werden auf fast 2900 Quadratmetern angepflanzt. Täglich zwischen 15 und 18 Uhr können Kunden das frische Gemüse ohne jeglichen Transport erwerben. Im Vollbetrieb produziert die Hydrokulturanlage 40 Tonnen im Jahr und kann damit 2000 Menschen ernähren.

Zur Schädlingsbekämpfung setzt Lufa Farms Marienkäfer ein, für die Wasserversorgung wird Regenwasser herangezogen, es werden keine Pestizide, Fungizide oder Herbizide verwendet. Die Hälfte der Heizkosten spart sich die Farm durch die intelligente Nutzung der Abwärme des Gebäudes darunter und die kostenlose Sonnenwärme von oben. Obendrein verbraucht das Treibhaus auch keine zusätzliche Bodenfläche, die ja gerade in Städten besonders knapp ist.

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