Wie viel Bewusstsein über die dringlichen Herausforderungen unserer Zeit brauchen wir noch? Wenn wir nicht ins Handeln kommen ist alle Mühe umsonst. Deshalb glaubt man in Berlin an die Beschleunigungskraft von Open Source.

Daniel Kruse, Dominik Wind und Max Lisewski hatten die Schnauze voll. Sie saßen auf einem Restaurantschiff und diskutierten über die globalen Negativtrends und wurden wütend, ob der eigenen Wirkungslosigkeit. Doch sie befreiten sich aus diesem Zustand der Ohnmacht und fragten sich, wie sie selbst etwas ändern könnten. Mit ihren unterschiedlichen Hintergründen als Prozessgestalter, Designer, Kampagnenmacher und Eventveranstalter entstand eine vielschichtige und herausfordernde Idee. Genau ihr Ding.

Open State” war geboren. Der Grundgedanke: Nicht länger auf den großen Wurf der globalen Politik warten, sondern selbst einfach machen. Auf einer Konferenz sollen mit Hilfe von Experten nachhaltige und skalierbare Projekte entworfen werden. Diese ziehen im Anschluss in ein fünfwöchiges Camp, um sie unmittelbar in den nächste Level zu bringen. Ziel: Sie rund machen – bereit die Welt zu erobern. 

Nicht die Utopie ist unmöglich, sondern unsere Gegenwart. Wir brauchen einen konstruktiven Spielplatz, wo wir ein anderes Leben auch wirklich ausprobieren und anfassen können.

Daniel Kruse, Gründer

Dabei machen sie sich eine zentrale Kultur der digitalen Kreativwirtschaft zu Nutze: Copy-Paste. Die Projekte und deren Geschäftsmodelle und Prozesse sollen als Blaupausen ins Web gestellt werden, um dort von anderen kopiert, verbessert, verändert und umgesetzt zu werden. Nachhaltige Entwicklung als Open Source Projekt – um aufzuzeigen, dass wir unsere Gesellschaft handfest und konkret nicht nur umgestalten müssen, sondern auch können. Wir müssen nur an uns glauben.

Und die Zukunft? Aktuell arbeiten sie an der Herausforderung #1 – der Finanzierung durch Stiftungen und Sponsoren. Die Initiatoren wünschen sich, dass sich nach dem Auftakt viele Menschen an Open State beteiligen und die Idee weiter treiben. Und: Sie hoffen, dass es beim Start im Herbst bereits „Kopien“ von Open State in anderen Ländern gibt, denn auch ihren Prozess stellen sie als Open Source Code ins Netz.