Wie kann Männern ein modernes und frauenfreundliches Bild von Männlichkeit vermittelt werden? „Hör auf zum Flennen“, „Reiß dich zusammen“, „Komm wieder, wenn du dich nicht wie ein Mädchen benimmst“, haben viele von uns in ihrer Jugend gehört. Eine NGO engagiert sich für den Mann 2.0.

Einer der Hauptursachen von Gewalt gegen Frauen ist das Weltbild, das viele Männer vermittelt bekamen: Männer führen – Frauen haben zu folgen. Sei kein Schwächling, frag nicht um Hilfe – und vor allem – hab niemals Angst. Diese Erfahrungen prägen später das alltägliche Verhalten. Daher liegt auch ein großer Teil der Prävention von häuslicher Gewalt in der Hand der Erziehung. So wird sie an die nächsten Generationen weitergegeben.

Tony Porter wuchs in der Bronx auf. Er lernte von klein auf, wie „richtige Männer“ zu sein hatten: Hart, dominant, mutig, ohne Schmerzen und bis auf Wut auch ohne Emotionen. Als Jugendlicher sah er seinen Vater nach dem Begräbnis seines Bruders das erste Mal weinen. Dieser entschuldigte sich danach bei Tony für den Anfall von Schwäche. Um das gesellschaftliche Verständnis von Männlichkeit zu verändern und die daraus resultierende Gewalt gegen Frauen zu beenden, gründete Tony Porter 2002 A Call to Men.

Wenn es einen Jungen zerstören würde, wenn man ihn ein Mädchen nennt - was bringen wir dann unseren Söhnen über Frauen bei?

Tony Porter, Gründer von A Call to Men

A Call to Men bietet Informationen, Ausbildung und Trainings zum Thema Gewaltprävention für Männer aller Generationen an. Die Organisation zeigt ihnen, dass es in Ordnung ist, Gefühle zu zeigen, manchmal Angst zu haben, Gleichberechtigung zu promoten und weibliche Freunde zu haben mit denen man keinen Geschlechtsverkehr hat. Dadurch hilft A Call to Men mit, überholte soziale Normen neu zu definieren und die nächste Generation an Männern hervorzubringen.

Die Organisation ist in den letzten Jahren Partnerschaften mit zahlreichen Schulen, Universitäten, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen eingegangen – angefangen bei Sportvereinen bis hin zu Vorstandsetagen –um die Diskriminierung von Frauen zu beenden. Seit der Gründung hat die NGO bereits über 120.000 Männer trainiert. Unter den 3000 Partnerorganisationen waren auch Militärbasen und die bekannte amerikanische Militärakademie in West Point.

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