Wie können junge Menschen ohne Ausbildung den Slums entfliehen? Nur Top-Fußballer und Musiktalente entkamen lange Zeit diesen Orten. Ein Sozialunternehmen bietet seit 10 Jahren allen anderen auch eine Chance.

140 Millionen Einwohner leben in Nigeria. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei bis zu 80 Prozent. Auch unter den zehntausenden Studenten, die jedes Jahr die Uni absolvieren, haben zwei Jahre nach Abschluss nur 10 Prozent einen Job. So ein Umfeld schafft günstige Voraussetzungen für Kriminalität, Drogenhandel und Bandenkriege mit all ihren Folgewirkungen auf die Gesellschaft.

Gbenga Sesan ist in Nigeria aufgewachsen, hat unter anderem in Oxford, Harvard und Stanford studiert und eine Traumkarriere hingelegt. Nur ein winziger Bruchteil der nigerianischen Bevölkerung bekommt so eine Chance und das hat Gbenga Sesan auch nie vergessen. 2001 gründete er das Sozialunternehmen Ajegunle, benannt nach einem Stadtteil in Lagos, der besonders stark unter den Folgen von Massenarbeitslosigkeit leidet.

Statt lange zu studieren und auf den Traumjob zu hoffen, lernen Studenten bei Ajegunle gleich ihr eigenes Business aufzubauen.

Gbenga Sesan, Gründer von Ajegunle

Ajegunle ist ein Trainingsprogramm für junge Arbeitslose. Es bietet eine kostenlose Ausbildungen und Internships im Bereich Entrepreneurship sowie in der Informations- und Kommunikationsbranche. Zusätzlich vermittelt es Jobs zu lokalen KMUs. Im Gegenzug zu den kostenlosen Schulungen wird von den TeilnehmerInnen erwartet, dass sie später 10 Prozent ihrer Einkünfte an Ajegunle zahlen.

Das Konzept ist so erfolgreich, dass sich schon renommierte Organisationen wie die Harvard University, Microsoft Nigeria und die UN Economic Commission for Africa beraten ließen. Zurzeit wird gerade ein eigenes Trainingszentrum für Ajegunle in Lagos gebaut. Ein erster Schritt, um eine Jugend ohne Hoffnung in die nächste Generation von Technopreneurs zu verwandeln.

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