Können sich unwegsame Landschaften profitabel bewirtschaften lassen? Eine Herausforderung an der schon viele mit herkömmlichen Mitteln gescheitert sind. Im Südburgenland hat man eine skurrile wie raffinierte Lösung entwickelt.

Sanfte Hügel und idyllische Weingärten machen den besonderen Reiz des Pinkatales aus. Die große Artenvielfalt veranlasste die EU diese traditionelle Kulturlandschaft als Natura2000-Gebiet zu schützen. Das Landschaftsbild ist geprägt von kleinräumigen Strukturen mit vielen Besitzern, schmalen Wiesenstreifen oder Streuobstgärten und zum Teil steilen Hängen, die oft keinen Einsatz von Maschinen erlauben. 

Es scheint fast unmöglich, eine Landschaft, die aus so vielen, kleinteiligen Flächen besteht, die so häufig Pflege und so viel aufwändige Handarbeit erfordert, wirtschaftlich ertragreich zu erhalten. Brigitte Gerger hatte die findige Idee, sie mit Schafherden zu beweiden und das Fleisch über Anteilsscheine zu vermarkten. Käufer einer Schafaktie bekommen über die kommenden drei Jahre eine bestimmte Menge Schaffleisch. Klingt komisch. Ist aber schlau.

Die Schafe wirken gleich mehrfach. Sie erhalten die ökologische Vielfalt und das bezaubernde Landschaftsbild. Ein Gewinn für Mensch und Natur.

DI Brigitte Gerger, Initiatorin

Für alle Beteiligten bringt das Vorteile: Für die Schafbauern, weil sie bereits zu Beginn das Geld bekommen und auch genau wissen, wie viel Fleisch ihnen abgenommen wird. Das schafft Planungssicherheit. Die KonsumentInnen bekommen 100% Biofleisch mit Ursprungsgarantie und sichern damit gleichzeitig die ökologische Vielfalt und den Erhalt der Kulturlandschaft im Pinkatal. 

Und die Zukunft? Die Initiatoren wünschen sich noch weitere brachliegende Flächen, die sie für das Projekt nutzen können. Auch interessierte Schafbauern, die sich gerne anschließen wollen, können sich melden. Und: man sucht noch unterschiedlichste Unterstützung für den Bau von dringend benötigten Winterställen.