Wie kann Architektur und Landschaftsgestaltung bewirken, dass  Menschen ihr Potential entfalten? Der Raum, in dem wir uns aufhalten und bewegen, übt einen starken Einfluss auf unser Leben aus. Eine Initiative aus der Schweiz will als gutes Beispiel vorangehen.

Wir leben in permanenter Trennung: wir grenzen Job von Freizeit, Werktag von Wochenende, Arbeit von Urlaub und Mensch von Natur ab. Besonders in Großstädten fehlt uns oft der Zugang zum Ursprünglichen – der Herkunft unserer Lebensmittel. Wir fühlen uns gehetzt, getrieben, haben kein Gespür für uns selbst, für die innere Stimme, für das, was wir im Leben wollen.

Mónica Schütt und Amadeus Paulussen initiierten im Juli 2010 ein Projekt, das all das wieder vereinen sollte. In der Folge wurde das Vorhaben Familien und Freunden vorgestellt und eine Interessengruppe gegründet. Es soll allen Menschen ein Beispiel geben. Ihnen zeigen, dass es möglich ist, im Einklang mit der Natur zu leben, ohne dabei der Gesellschaft den Rücken zu kehren. Sie verliehen ihm den Namen Architecture of Love.

Vieles ist, aber nicht wichtig. Vieles ist nicht, aber wichtig.

Amadeus Paulussen, Geschäftsleitung kubus media AG

Architecture of Love ist ein kombinierter Wohn-, Arbeits- und Lebensraum für mehrere Parteien im Einklang mit der Natur. Das Konzept ist auf die Zusammenlegung von privaten und beruflichen Tätigkeiten, die Verbindung von Spielen und Lernen und die räumliche Nähe jeglicher Aktivitätsfelder ausgelegt. Dadurch kommt es zu einer Loslösung von althergebrachten Mustern wie Arbeitstagen, Wochenenden, Arbeitszeiten und Urlaub.

Und die Zukunft? Die größte Herausforderung besteht darin, in der Nordwest-Schweiz ein geeignetes Grundstück zur Umsetzung des Vorhabens zu finden. Es soll nach Westen ausgerichtet sein und für jede Wohnpartei drei sogenannte Eco-Domes (sphärische Kuppeln aus Dreiecken) als Unterkunft, Arbeitsraum und Freizeitbereich, eine Wasserlandschaft und Platz für den selbstständigen Anbau von Lebensmitteln nach dem Vorbild der Permakultur bieten. Ideen und Unterstützer sind willkommen.