Müssen Fahrräder unbedingt aus Metall sein? Es gibt nur wenige Materialien, die in Bezug auf Stabilität und Gewicht mithalten können. Ein amerikanisch-sambisches Sozialunternehmen hat eine Alternative entwickelt und löst nebenbei gesellschaftliche Herausforderungen.

Im Human Development Index der Vereinten Nationen findet sich Sambia auf Platz 163 von 187 wieder. Die extreme Arbeitslosigkeit von 50% im Jahr 2000 ist zwar stark zurückgegangen, aber mit ca. 14% immer noch hoch.  Besonders in den Städten erzeugen veraltete Autos und Mopeds verschmutzte Luft und Lärm. Perspektivenlosigkeit stellt speziell bei der jungen Generation eine große Herausforderung dar.

Als die beiden Amerikaner Vaughn Spethmann und Dustin McBride 2004 das erste Mal im Rahmen einer Universitätsexkursion nach Sambia reisten, fiel ihnen die hohe Arbeitslosigkeit und der stark motorisierte Individualverkehr auf. Nach ihrem Abschluss 2007 kehrten sie zurück und gründeten zusammen mit zwei Sambiern die Firma Zambikes.

Es ist ein tolles Gefühl, ein Produkt zu verkaufen, das in Afrika wächst, in Afrika gebaut und weltweit exportiert wird!

Mwewa Chikamba, Co-Gründer von Zambikes

Zambikes baut unter anderem hochwertige Leichtgewicht-Fahrräder mit Rahmen aus lokal angebautem Bambus. Diese Pflanze ist eins der schnellst wachsenden Hölzer der Erde, besitzt eine hohe Stoßfestigkeit und ist viel belastbarer als jede Metalllegierung. Mit den Zambikes produziert das Unternehmen nicht nur effiziente, umweltfreundliche Transportmittel, sondern schafft mit der Einbindung der Bevölkerung auch einige neue Arbeitsplätze.

Mittlerweile produziert Zambike die von NGOs begehrte Zambulance: Kranke oder Verletzte aus ländlichen Regionen werden oft  mit ungeeigneten Mitteln ins nächste Krankenhaus transportiert, wie etwa einer Scheibtruhe. Zambulance ist ein Fahrradanhänger, der Verletzte schneller und vor allem sicherer zum Ziel bringt. Somit schafft Zambikes nicht Arbeitsplätze, sondern rettet auch Leben.

*editor‘s pick