Was würdest du dir denken, wenn dir jemand erzählt, dass er Innenstadt-Bauer ist? Der Gedanke erscheint im ersten Moment wahrscheinlich etwas ungewöhnlich. Zwei Amerikaner könnten damit zu Trendsettern werden.

Gemüse reist in den USA im Schnitt 3000 Meilen zwischen dem Anbau Ort und den KonsumentInnen. Um diese Distanz zu minimieren, müsste direkt in Städten angebaut werden, wo auch die meisten Menschen leben. Allerdings sind dort bebaubare Flächen üblicherweise sehr beschränkt verfügbar. Und es bräuchte große Mengen, um die vielen Einwohner versorgen zu können.

Vor fünf Jahren hatten Viraj Puri und Eric Haley eine Vision: frischestes Gemüse, in höchster Qualität, das ganze Jahr lang, zu wettbewerbsfähigen Preisen. Das war der Beginn von Gotham Greens. Am Anfang wurden sie von den Leuten für verrückt erklärt, wenn sie erzählten, dass sie „Farmer in New York“ sind. Aber in den letzten Jahren hat ihre Marke stark an Bekanntheit gewonnen. Sie beliefern inzwischen auch Restaurantketten und Nobelrestaurants.

Unsere Farm ist sehr unkonventionell. Aber so ist auch unser Commitment zu Geschmack, Qualität und Nachhaltigkeit!

Viraj Puri, Co-Gründer von Gotham Greens

Gotham Green ist New York´s erstes Urban-Farming-Unternehmen für Gewerbekunden. Auf einer Fläche von zirka 37×37 Metern werden in Hightech-Treibhäusern auf einem Flachdach 80 Tonnen Gemüse im Jahr produziert. Die Energieversorgung stammt von PV-Anlagen. Anstatt Pestizide zu verwenden, kommen nützliche Insekten zum Einsatz. Was in der Früh geerntet wird, landet zu Mittag am Teller. Damit können Puri und Haley wesentlich frischere Ware mit besserem Aroma als ihre Mitbewerber liefern.

Das Geschäft läuft so gut, dass Viraj Puri inzwischen über eine Erweiterung seiner Angebotspalette nachdenkt: ausgefallenere Gemüsesorten und Hühner. Eier werden schließlich auch gebraucht. Und da aus CO2-Gründen nur innerhalb eines 15 Meilen-Radius geliefert wird, sind auch zwei weitere Treibhäuser auf Hochhausdächern geplant.

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